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Ideen: der deutsche Umweltpreis 2015 für Latif, Rockström und Succow

Lina aus ES IST DEIN PLANET hätte sich gefreut: Denn als gestern in Essen der höchstdotierte, unabhängige Umweltpreis Europas – der Deutsche Umweltpreis 2015 – vergeben wurde, war auch der schwedische Wissenschaftler Johan Rockström darunter!

Von ihm stammt das Konzept der planetaren Grenzen (auch Belastungsgrenzen der Erde oder engl. planetary boundaries genannt, vgl. Buch S. 50ff).  Johan Rockström und seinem Team ist es gelungen, die Belastbarkeit des Planeten sichtbar zu machen. Dafür haben sie zehn Erdsysteme wie Klimawandel, Versauerung der Meere oder Veränderung der Landnutzung festgelegt und untersucht, ob der Planet in diesen Systemen unbelastet, belastet oder schon überlastet ist. Vier der zehn Grenzen, innerhalb deren wir Menschen sicher leben und handeln können,  sind inzwischen überschritten. Eines davon ist der Klimawandel.

Der Klimawandel ist auch Schwerpunkt und Thema des zweiten Preisträgers, der sich die Auszeichnung mit Johan Rockström teilt: der Kieler Klima- und Meeresforscher Mojib Latif.

Er ist nicht nur einer der herausragendsten Klimaforscher Deutschlands. Seit vielen Jahren weist Mojib Latif auf die große Bedeutung der Ozeane für das Klima hin – ohne intakte Meere droht der Planet für Menschen unbewohnbar zu werde. Besonders hat die Jury hervorgehoben,  dass es dem Wissenschaftler gelinge, komplexe Zusammenhänge zwischen Klima und Meer verständlich und anschaulich zu erklären. Und zwar nicht nur Experten, sondern einem breiten Publikum und Kindern und Jugendlichen.

Der Ehrenpreis 2015 ging an den Naturschützer, Biologen und Agrarwissenschaftler Michael Succow. Er habe, so die Bergündung der Jury,  dafür gesorgt, dass nach der Wiedervereinigung vor 25 Jahren große Teile Ostdeutschlands zu Nationalparks oder Biosphärenreservaten erklärt wurden. 1997 erhielt er bereits den Alternativen Nobelpreis der Right Livelihood Award Foundation in Stockholm und gründete mit dem Preisgeld eine Stiftung zum Schutz der Natur, die seit 1999 Naturschutzprojekte im In- und Ausland durchführt.

Mehr über das Engagement von Michael Succow und seine Stiftung findest du hier.

Drei Wochen vor dem Klimagipfel in Paris sind die Auszeichnungen an diese drei herausragenden Umweltschützer- und forscher ein tolles Signal! Und gute Ideen kann man sich bei allen drei Preisträgern abschauen!

Mehr Informationen zu allen drei Preisträgern.

 

Linas Irrsinn: Zu viel Wachstum

„Warum konnten die Menschen einfach nur so weitermachen?“

Lina kann nicht glauben, dass nach wie vor zahllose Politiker fordern, die Wirtschaft muss wachsen, wachsen, wachsen. Nur dann geht es den Menschen gut – sagen sie. Doch warum ist das dann nicht der Fall, obwohl doch immer mehr Länder weltweit das westliche kapitalistische und auf Wachstum beruhende Wirtschaftsystem übernehmen? Warum werden nur wenige Menschen immer reicher? Viele dagegen ärmer? Und warum geht es vor allem der Umwelt immer schlechter? Das Klima ist außer Kontrolle, die Ozeane sind leergefischt, die letzten Wälder werden für Landgewinnung gerodet und Rohstoffe gehen zur Neige.

Das hat nichts miteinander zu tun, behaupten jene Erwachsene, Politiker und Konzernchefs, die vom Wirtschaftswachstum profitieren. Das stimmt nicht! Vielmehr ist das Gegenteil der Fall, was herausgefunden wurde, als alle menschlichen Aktivitäten seit Beginn der industriellen Revolution bis heute untersucht wurden. Damals begannen die Menschen, in großem Stil fossile Brennstoffe zu verwenden. Doch erst nach dem Zweiten Weltkrieg, ab 1950, fing das an, was man die „Große Beschleunigung“ (engl. Great Acceleration) nennt. Plötzlich machten alle Wachstumskurven – die der menschlichen Aktivitäten und die der natürlichen Erdsysteme – einen Knick nach oben und steigen seitdem fast ungebremst an: mehr Autos, mehr Handys, mehr Flugreisen bedeuten zugleich immer auch mehr Müll, mehr CO2-Ausstoß, mehr Artensterben. Linas Irrsinn: Zu viel Wachstum weiterlesen