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# COP 21 – kurz und knapp zum Klimagipfel in Paris

Am 30. November geht es los – der UN-Klimagipfel in Paris, der den offiziellen Namen # COP 21 hat.

Hier nun ein paar Informationen für euch rund um den Gipfel – heute zum Inhalt und zur Geschichte der Klimakonferenzen:

Warum gibt es diese Klimagipfel eigentlich? Warum setzt sich die Welt zusammen, um über das Klima zu sprechen? Nun, seit der industriellen Revolution 1800 hat sich die weltweite Erdtemperatur bis heute schon um 0,8 Grad Celsius erhöht. Sollte dieses Jahr übrigens weiter so warm bleiben, dann könnte es um 1 Grad darüber liegen!

Das klingt an sich nicht so schlimm? Meine Güte, nur 0,8 bis 1 Grad … haben wir hier eben wärmere Sommer und bauen Wein dort an, wo er noch nie zuvor gedeihte …  Aber schon jetzt spüren wir weltweit  die Folgen dieser Erwärmung: Anstieg des Meeresspiegels, Hitzewellen mit zahllosen Hitzetoten, dramatische Gletscherschmelze, Zunahme von Wetterextremen wie Starkregen bei gleichzeitigen Dürreperioden, heftigere Stürme und und und.

Experten und inzwischen auch die meisten Politiker weltweit sind sich einig, dass dieser Klimawandel menschengemacht ist. Denn es ist die Verbrennung der fossilen Brennstoffe (Kohle, Öl, Gas) – der Hauptmotor für Wirtschaft seit 1800 und vor allem seit 1950 (die große Beschleunigung) -, die zu einem extremen Anstieg von CO2 in der Erdatmosphäre geführt hat. Was wiederum über den Treibhauseffekt – je mehr CO2 in der Atmosphäre, desto wärmer ist es – zum Klimawandel wird.

Wenn nun der Mensch das Klima verändert und das ernste Folgen für die Natur und den Menschen hat, dann muss er auch etwas dagegen tun. Das war manchen Wissenschaftlern und Umweltschützern auch schon früh klar:

Bereits 1979 wurde die erste Klimakonferenz in Genf einberufen.  1988 gab es dann eine Klimakonferenz in Toronto, wo erstmals Wissenschaftler und Regierungsvertreter aus verschiedenen Ländern zusammenkamen, um Möglichkeiten des Klimaschutzes zu diskutieren. Das Ergebnis war eine geplante Senkung des CO2-Ausstoßes, aber auf freiwilliger Basis.

Wichtig ist, dass in diesem Jahr auch  das UN-Klimagremium  Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) gegründet wurde. Dieses Gremium fasst den Stand der wissenschaftlichen Ergebnisse aus verschiedenen Forschungsbereichen zusammen, stellt den jeweils aktuellen Stand dar und zeigt Politiker und Ländern Handlungsmöglichkeiten auf. Das sind die berühmten IPCC-Berichte!

Die erste Konferenz der teilnehmenen Vertragsstaaten fand in Berlin 1995 statt, die # COP 1 (= Conference of the Parties). Seitdem kommen jährlich Wissenschaftler und Regierungsvertreter zusammen, um gemeinsam etwas gegen die gefährliche Erderwärmung zu tun. 2015 in Paris wird es  zum 21sten Mal sein – deshalb #COP 21.

Wenn du dich über die wichtigsten Klimagipfel informieren willst, dann findest du auf folgenden Seiten sehr gute Informationen:

Internationale Klimakonferenzen – erklärt von Greenpeace

Die Ergebnisse der einzelnen COPs vom Umweltministerium aufgelistet

Hier noch kurz die wichtigsten  COPs bis Paris:

Der Erdgipfel in Rio de Janeiro 1992 – #COP2. Dort gründeten die  Industrienationen die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) und planten, mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung den CO2-Ausstoß zu verringern. Länder wie die USA lehnten aber jegliche Art einer bindenden Verpflichtung massiv ab.

Der Gipfel, der zum berühmten Kyoto-Protokoll führte: # COP3 im Jahr 1997 im japanischen Kyoto. Dort einigten sich die Industrieländer endlich darauf, sich auf ein rechtlich verbindliches Klima-Abkommen einzulassen. Die schlimmsten Verursacher der Treibhaus-Emissionen – die Industrieländer – sollten in einer ersten Verpflichtungsperiode von 2008 bis 2012 die Emissionen der sechs wichtigsten Treibhausgase – u.a. Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) – um mindestens fünf Prozent unter das Niveau von 1990  senken.

Bis zum 16. Februar 2005, an dem das Kyoto-Protokoll in Kraft trat, unterschrieben 191 Staaten. Erst so war es völkerrechtlich wirksam.

Von 2006 bis 2008 trafen sich die Vertreter der Klimarahmenkonvention der UN zwar wie vereinbart jährlich, und es wurden auch Vorschläge eingereicht, doch in der Realität fand keine Abnahme der Emissionen statt, sondern eine sichtbare Zunahme!

2009 fand ein besonders frustrierender Klimagipfel in Kopenhagen statt: #COP15 gilt als gescheitert. Ein rechtlich verbindliches Abkommen für mehr weltweiten Klimaschutz wurde nicht beschlossen  – vor allem, weil die Staaten mit dem größten CO2-Ausstoß, die USA , die EU, China, Indien u.a. die Verhandlungen bremsten.

Erst 2010 in Cancun (# COP 16) kam es zu einer Fortsetzung des Kyoto-Protokolls mit folgenden wichtigen Beschlüssen:

• Einrichtung eines Klimaschutzfonds
• Festlegung der Grenze der Erwärmung auf unter zwei Grad Celsius
• Sicherung von Biodiversität bei Maßnahmen gegen die Entwaldung
• Sicherung der Rechte Indigener Völker

Auf der # COP 21  in Doha wurde zwar eine zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls verabschiedet,  das ja 2012 auslief, allerdings haben nur wenige Industrieländer die damit einhergehenden Verpflichtungen akzeptiert. Die Regierungen von Kanada, Russland und Japan weigerten sich, in eine neue Verpflichtungsperiode zur Redukzierung der Treibhausgase zu gehen. Zudem wurden in Doha Schlupflöcher im Vertragstext nicht vollständig geschlossen, es fehlten konkrete Zusagen für die vom Klimawandel betroffenen Entwicklungsländer. Und erneut haben die Großmächte USA, Russland und China die Verhandlungen dominiert und gebremst.

Nun steht aber Paris 2015 vor der Tür und erstmals scheint der Weg zu einem globalen Klimaschutzabkommen, gemeinsam mit den USA und China, geebnet zu sein. Warum und wie ? Das demnächst in einem neuen Blogeintrag …

Linas Irrsinn: Zu viel Wachstum

„Warum konnten die Menschen einfach nur so weitermachen?“

Lina kann nicht glauben, dass nach wie vor zahllose Politiker fordern, die Wirtschaft muss wachsen, wachsen, wachsen. Nur dann geht es den Menschen gut – sagen sie. Doch warum ist das dann nicht der Fall, obwohl doch immer mehr Länder weltweit das westliche kapitalistische und auf Wachstum beruhende Wirtschaftsystem übernehmen? Warum werden nur wenige Menschen immer reicher? Viele dagegen ärmer? Und warum geht es vor allem der Umwelt immer schlechter? Das Klima ist außer Kontrolle, die Ozeane sind leergefischt, die letzten Wälder werden für Landgewinnung gerodet und Rohstoffe gehen zur Neige.

Das hat nichts miteinander zu tun, behaupten jene Erwachsene, Politiker und Konzernchefs, die vom Wirtschaftswachstum profitieren. Das stimmt nicht! Vielmehr ist das Gegenteil der Fall, was herausgefunden wurde, als alle menschlichen Aktivitäten seit Beginn der industriellen Revolution bis heute untersucht wurden. Damals begannen die Menschen, in großem Stil fossile Brennstoffe zu verwenden. Doch erst nach dem Zweiten Weltkrieg, ab 1950, fing das an, was man die „Große Beschleunigung“ (engl. Great Acceleration) nennt. Plötzlich machten alle Wachstumskurven – die der menschlichen Aktivitäten und die der natürlichen Erdsysteme – einen Knick nach oben und steigen seitdem fast ungebremst an: mehr Autos, mehr Handys, mehr Flugreisen bedeuten zugleich immer auch mehr Müll, mehr CO2-Ausstoß, mehr Artensterben. Linas Irrsinn: Zu viel Wachstum weiterlesen