Nur noch 4 Tage bis zum KLIMAGIPFEL IN PARIS

 Irrsinn

 

Es wird immer heißer, die Folgen des Klimawandels immer dramatischer, doch wie die UN Ende Oktober bekannt gab, reichen die bisherigen Versprechen der Staaten für Paris nicht einmal für das 2-Grad-Ziel aus.

Irrsinn 2ABER: Es gibt Ideen und Möglichkeiten, wie jeder einzelne von uns selbst jetzt noch zeigen kann, dass sie oder er nicht damit einverstanden ist, was mit dem Planten geschieht:

Der CLIMATE MARCH am Sonntag, den 29. November 2015.

Ein Brief, eine Mail, ein Anruf in deiner Gemeinde, bei der Bürgermeisterin, dem Bürgermeister deiner Stadt, im Umweltministerium, im Kanzleramt, in dem du sagst, was DU von den Politikern erwartest – nämlich eine sichere Zukunft auf deinem Planeten. Du hast das Recht darauf!

Informier dich  oder nimm teil in der Aktion: Blogger dieser Welt vereinigt euch.

Damit solche Bilder in Zukunft nicht zum Alltag gehören.

Feuer in Indonesien

 

Greenpeace zeigt IRRSINN auf: 2 Milliarden fast ungetragene Kleidungsstücke in deutschen Schränken

Eine aktuelle Greenpeace-Studie zeigt: Wir Deutschen haben ein allzu lockeres und ziemlich umweltUNfreundliches Verhältnis zu unserer Kleidung. Obwohl Mode bei sehr vielen Menschen einen sehr hohen Stellenwert hat, werfen wir nicht nur zu schnell und zu oft weg – dabei könnte man Kaputtes reparieren lassen -, wir haben auch noch viel zu viel davon! Rund 2 Milliarden Kleidungsstücke liegen in deutschen Schränken – fast ungetragen.

Das sind 2 Milliarden  gekauften Kleidungsstücke und Schuhe zu viel! Welch IRRSINN, wenn man bedenkt, wie viele Ressourcen dafür verbraucht und wie viele Menschen in der Produktion dafür ausgebeutet wurden.

Willst du mehr darüber wissen?

Hier eine Zusammenfassung der Mode-Studie.

Und hier der Artikel dazu.

Vielleicht hast du ja nach der Lektüre dieser beiden Greenpeace-Artikel auch Lust, allein oder mit Freunden deinen eigenen Schrank mal kritisch zu überprüfen?

Das sind übrigens die Fragen, die Greenpeace in der Studie Leuten zwischen 18 und 69 über ihren Kleiderschrank gestellt hat:

Wie viele Kleidungsstücke hängen bei dir (Original: bei Deutschen)  im Schrank?

Wie lange werden sie getragen?

Warum wird Kleidung aussortiert?

Werden Kleidungsstücke und Schuhe noch repariert?

Wie sehr werden Alternativen wie Kleidertausch oder SecondHand-Läden genutzt?

Wer weiß, welche IDEEN sich für dich daraus ergeben!

# COP 21 – kurz und knapp zum Klimagipfel in Paris

Am 30. November geht es los – der UN-Klimagipfel in Paris, der den offiziellen Namen # COP 21 hat.

Hier nun ein paar Informationen für euch rund um den Gipfel – heute zum Inhalt und zur Geschichte der Klimakonferenzen:

Warum gibt es diese Klimagipfel eigentlich? Warum setzt sich die Welt zusammen, um über das Klima zu sprechen? Nun, seit der industriellen Revolution 1800 hat sich die weltweite Erdtemperatur bis heute schon um 0,8 Grad Celsius erhöht. Sollte dieses Jahr übrigens weiter so warm bleiben, dann könnte es um 1 Grad darüber liegen!

Das klingt an sich nicht so schlimm? Meine Güte, nur 0,8 bis 1 Grad … haben wir hier eben wärmere Sommer und bauen Wein dort an, wo er noch nie zuvor gedeihte …  Aber schon jetzt spüren wir weltweit  die Folgen dieser Erwärmung: Anstieg des Meeresspiegels, Hitzewellen mit zahllosen Hitzetoten, dramatische Gletscherschmelze, Zunahme von Wetterextremen wie Starkregen bei gleichzeitigen Dürreperioden, heftigere Stürme und und und.

Experten und inzwischen auch die meisten Politiker weltweit sind sich einig, dass dieser Klimawandel menschengemacht ist. Denn es ist die Verbrennung der fossilen Brennstoffe (Kohle, Öl, Gas) – der Hauptmotor für Wirtschaft seit 1800 und vor allem seit 1950 (die große Beschleunigung) -, die zu einem extremen Anstieg von CO2 in der Erdatmosphäre geführt hat. Was wiederum über den Treibhauseffekt – je mehr CO2 in der Atmosphäre, desto wärmer ist es – zum Klimawandel wird.

Wenn nun der Mensch das Klima verändert und das ernste Folgen für die Natur und den Menschen hat, dann muss er auch etwas dagegen tun. Das war manchen Wissenschaftlern und Umweltschützern auch schon früh klar:

Bereits 1979 wurde die erste Klimakonferenz in Genf einberufen.  1988 gab es dann eine Klimakonferenz in Toronto, wo erstmals Wissenschaftler und Regierungsvertreter aus verschiedenen Ländern zusammenkamen, um Möglichkeiten des Klimaschutzes zu diskutieren. Das Ergebnis war eine geplante Senkung des CO2-Ausstoßes, aber auf freiwilliger Basis.

Wichtig ist, dass in diesem Jahr auch  das UN-Klimagremium  Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) gegründet wurde. Dieses Gremium fasst den Stand der wissenschaftlichen Ergebnisse aus verschiedenen Forschungsbereichen zusammen, stellt den jeweils aktuellen Stand dar und zeigt Politiker und Ländern Handlungsmöglichkeiten auf. Das sind die berühmten IPCC-Berichte!

Die erste Konferenz der teilnehmenen Vertragsstaaten fand in Berlin 1995 statt, die # COP 1 (= Conference of the Parties). Seitdem kommen jährlich Wissenschaftler und Regierungsvertreter zusammen, um gemeinsam etwas gegen die gefährliche Erderwärmung zu tun. 2015 in Paris wird es  zum 21sten Mal sein – deshalb #COP 21.

Wenn du dich über die wichtigsten Klimagipfel informieren willst, dann findest du auf folgenden Seiten sehr gute Informationen:

Internationale Klimakonferenzen – erklärt von Greenpeace

Die Ergebnisse der einzelnen COPs vom Umweltministerium aufgelistet

Hier noch kurz die wichtigsten  COPs bis Paris:

Der Erdgipfel in Rio de Janeiro 1992 – #COP2. Dort gründeten die  Industrienationen die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) und planten, mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung den CO2-Ausstoß zu verringern. Länder wie die USA lehnten aber jegliche Art einer bindenden Verpflichtung massiv ab.

Der Gipfel, der zum berühmten Kyoto-Protokoll führte: # COP3 im Jahr 1997 im japanischen Kyoto. Dort einigten sich die Industrieländer endlich darauf, sich auf ein rechtlich verbindliches Klima-Abkommen einzulassen. Die schlimmsten Verursacher der Treibhaus-Emissionen – die Industrieländer – sollten in einer ersten Verpflichtungsperiode von 2008 bis 2012 die Emissionen der sechs wichtigsten Treibhausgase – u.a. Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4), Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) – um mindestens fünf Prozent unter das Niveau von 1990  senken.

Bis zum 16. Februar 2005, an dem das Kyoto-Protokoll in Kraft trat, unterschrieben 191 Staaten. Erst so war es völkerrechtlich wirksam.

Von 2006 bis 2008 trafen sich die Vertreter der Klimarahmenkonvention der UN zwar wie vereinbart jährlich, und es wurden auch Vorschläge eingereicht, doch in der Realität fand keine Abnahme der Emissionen statt, sondern eine sichtbare Zunahme!

2009 fand ein besonders frustrierender Klimagipfel in Kopenhagen statt: #COP15 gilt als gescheitert. Ein rechtlich verbindliches Abkommen für mehr weltweiten Klimaschutz wurde nicht beschlossen  – vor allem, weil die Staaten mit dem größten CO2-Ausstoß, die USA , die EU, China, Indien u.a. die Verhandlungen bremsten.

Erst 2010 in Cancun (# COP 16) kam es zu einer Fortsetzung des Kyoto-Protokolls mit folgenden wichtigen Beschlüssen:

• Einrichtung eines Klimaschutzfonds
• Festlegung der Grenze der Erwärmung auf unter zwei Grad Celsius
• Sicherung von Biodiversität bei Maßnahmen gegen die Entwaldung
• Sicherung der Rechte Indigener Völker

Auf der # COP 21  in Doha wurde zwar eine zweite Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls verabschiedet,  das ja 2012 auslief, allerdings haben nur wenige Industrieländer die damit einhergehenden Verpflichtungen akzeptiert. Die Regierungen von Kanada, Russland und Japan weigerten sich, in eine neue Verpflichtungsperiode zur Redukzierung der Treibhausgase zu gehen. Zudem wurden in Doha Schlupflöcher im Vertragstext nicht vollständig geschlossen, es fehlten konkrete Zusagen für die vom Klimawandel betroffenen Entwicklungsländer. Und erneut haben die Großmächte USA, Russland und China die Verhandlungen dominiert und gebremst.

Nun steht aber Paris 2015 vor der Tür und erstmals scheint der Weg zu einem globalen Klimaschutzabkommen, gemeinsam mit den USA und China, geebnet zu sein. Warum und wie ? Das demnächst in einem neuen Blogeintrag …

Ideen: der deutsche Umweltpreis 2015 für Latif, Rockström und Succow

Lina aus ES IST DEIN PLANET hätte sich gefreut: Denn als gestern in Essen der höchstdotierte, unabhängige Umweltpreis Europas – der Deutsche Umweltpreis 2015 – vergeben wurde, war auch der schwedische Wissenschaftler Johan Rockström darunter!

Von ihm stammt das Konzept der planetaren Grenzen (auch Belastungsgrenzen der Erde oder engl. planetary boundaries genannt, vgl. Buch S. 50ff).  Johan Rockström und seinem Team ist es gelungen, die Belastbarkeit des Planeten sichtbar zu machen. Dafür haben sie zehn Erdsysteme wie Klimawandel, Versauerung der Meere oder Veränderung der Landnutzung festgelegt und untersucht, ob der Planet in diesen Systemen unbelastet, belastet oder schon überlastet ist. Vier der zehn Grenzen, innerhalb deren wir Menschen sicher leben und handeln können,  sind inzwischen überschritten. Eines davon ist der Klimawandel.

Der Klimawandel ist auch Schwerpunkt und Thema des zweiten Preisträgers, der sich die Auszeichnung mit Johan Rockström teilt: der Kieler Klima- und Meeresforscher Mojib Latif.

Er ist nicht nur einer der herausragendsten Klimaforscher Deutschlands. Seit vielen Jahren weist Mojib Latif auf die große Bedeutung der Ozeane für das Klima hin – ohne intakte Meere droht der Planet für Menschen unbewohnbar zu werde. Besonders hat die Jury hervorgehoben,  dass es dem Wissenschaftler gelinge, komplexe Zusammenhänge zwischen Klima und Meer verständlich und anschaulich zu erklären. Und zwar nicht nur Experten, sondern einem breiten Publikum und Kindern und Jugendlichen.

Der Ehrenpreis 2015 ging an den Naturschützer, Biologen und Agrarwissenschaftler Michael Succow. Er habe, so die Bergündung der Jury,  dafür gesorgt, dass nach der Wiedervereinigung vor 25 Jahren große Teile Ostdeutschlands zu Nationalparks oder Biosphärenreservaten erklärt wurden. 1997 erhielt er bereits den Alternativen Nobelpreis der Right Livelihood Award Foundation in Stockholm und gründete mit dem Preisgeld eine Stiftung zum Schutz der Natur, die seit 1999 Naturschutzprojekte im In- und Ausland durchführt.

Mehr über das Engagement von Michael Succow und seine Stiftung findest du hier.

Drei Wochen vor dem Klimagipfel in Paris sind die Auszeichnungen an diese drei herausragenden Umweltschützer- und forscher ein tolles Signal! Und gute Ideen kann man sich bei allen drei Preisträgern abschauen!

Mehr Informationen zu allen drei Preisträgern.